Kneipentour
erschienen in: Heft 2/2014
Kaffees, Gaststätten und Kneipen in Wittgensdorf
Ein Beitrag zur Ortsgeschichte
Das 1994 im Riedel Verlag Röhrsdorf erschienene Buch: "Unser Wittgensdorf, Impressionen & Informationen" benennt auf Seite 44 zehn Wirtschaften in Wittgensdorf und Murschnitz. Wir wollen in unserem Beitrag noch einmal an die vielen Gaststätten unseres Ortes in Wort und Bild erinnern. Bedienen wir uns hierzu eines Reisenden, welcher mit dem Zug von Chemnitz nach Wittgensdorf fährt um die vielen Gaststätten unseres Heimatortes kennen zu lernen.
Auf dem Oberen Bahnhof Wittgensdorf angekommen, wird unser Reisender, nennen wir ihn zukünftig "Max", heftig vom Durst geplagt. Doch keine Sorge, gleich nachdem er das Empfangsgebäude vom Limbacher Bahnsteig aus betreten hat, öffnet sich rechterhand einladend die Tür zur Bahnhofsgaststätte. Ein kühles Bier erquickt unseren Max und er kann nach einer kurzen Rast den Oberen Bahnhof verlassen.

Leider steht uns von der Bahnhofsgaststätte kein separates Foto zur Verfügung, so dass wir uns mit dieser Aufnahme begnügen müssen.
Weit besser geht es unserem Max, denn er hat nach wenigen Schritten auf der Bahnhofsstraße schon das an der oberen Hauptstraße gelegene "Restaurant zur Erholung" erreicht. Dort lohnt es sich einzukehren und noch eine kühlen Trunk zu genießen.


Nach kurzem Aufenthalt geht es nun durch die Eisenbahnbrücke, an der Feldstraße vorbei in Richtung Mitteldorf. Max ist knapp eine viertel Stunde gelaufen und erreicht unmittelbar nach des rechts abgehenden Straße "Am Hang" das "Restaurant zum Gambrinus".

Unmittelbar an der Hauptstraße gelegen wird es später zu dem für sein umfassendes Warensortiment bekannte "Kaufhaus Elsa Zorn". Die Sattlerei Arno Zorn befand sich im selben Gebäude. Aber unserer Max hat noch einige Kilometer vor sich und so geht es straffen Schrittes voran. Er geht vorbei an der Kohlenhandlung Arthur Schilling und erreicht nach wenigen Schritten auf der linken Seite die Gaststätte "Zur Quelle". Diese befindet sich im selben Gebäude wie die Fleischerei Max Gerhard. Ein Foto der Wirtsleute und ihrer Gäste sind noch erhalten. Leider lässt die Aufnahme keine Rückschlüsse auf das Gebäude zu, so dass wir uns auf Dokumente unseres Ortes verlassen müssen.


Auch hier will unser Max noch nicht verweilen und es geht weiter die Hauptstraße hinunter. Am Nordplatz vorbei gehend kommt er zum "Gasthof zur goldenen Sonne". Hier muss er ganz einfach einkehren, denn es ist Zeit für einen kleinen Imbiss.

Gestärkt verlässt er das gastliche Haus und setzt seinen Weg fort. Den Bräuteichweg lässt er rechts liegen, geht am Laden vom "Fisch-Ernst" vorbei und erreicht den Kirchberg. Hier biegt er halbrechts ab und steht vor dem Bier- u. Speisehaus "Felsenkeller" am Kirchweg 4, früher "Eichlers Restaurant".


Leider kann er hier nicht bleiben und geht die schöne Freitreppe zur Oberen Hauptstraße hinunter. Nur wenige Schritte und er erreicht die Conditorei und Cafe Max Hölig.


Seine Zeit ist jedoch bemessen und so geht es stante pede in Richtung Rathausplatz. Jetzt muss sich Max entscheiden, er geht am Restaurant Ratskeller

vorbei auf der Chemnitzer Straße in Richtung Bahnhof Wittgensdorf-Mitte. Auf der Höhe geht er an der Villa Häberle sowie an der gleichnamigen Textilfabrik vorbei.


Kurz vor den Bahngleisen steht an der rechten Straßenseite Rösslers Restaurant. Später wurde das Etablissement auch als Köhlers sowie als Wendekamms Restaurant geführt. Hier will sich Max noch einmal stärken. Er kommt mit einen Einheimischen ins Gespräch und dieser erzählt ihm, dass ca. 20 Gehminuten noch ein sehr schönes Lokal existiert, die "Bahrmühle". Diese Lokal folgte der alten Bahrmühle nach, welche im Jahr 1903 abbrannte.


Diesen Weg will sich Max jedoch nicht machen und so geht er, da jetzt ohnehin kein Zug in Richtung Chemnitz fährt, wieder in Richtung Ortsmitte. Er läuft auf der Chemnitzer Straße wieder zurück und sieht gegenüber der Schule einen kleinen Weg, an dessen Ende eine Gaststätte steht. Es ist das "Bergschlösschen" welches aus dem Forsthaus und der Oberförsterei entstand.

Doch unser Max hat nicht mehr soviel Zeit und muss weiter. Nach nur wenigen Schritten steht er vor dem "Gasthof Krone", früher "Eichlers Gasthof", Untere Hauptstraße 3. Hier muss er doch noch eine kleine Stärkung zu sich nehmen.


Nach dieser kurzen Pause muss er sich sputen, denn bis zum Unteren Bahnhof ist es noch gut eine halbe Stunde zu gehen. Er passiert die Burgstädter Straße auf der linken Seite. Leider entgeht ihm hier die schöne Ausflugsgaststätte "Gasthaus zur Jagdschänke" mit Garten und einem kleinen Park.


Weiter gehend kommt er auf der rechten Seite an der Gaststätte "Georgenhof" vorbei und erreicht nach einigen Minuten eine weitere Gaststätte, nämlich "Dietzes Restaurant und Hausschlächterei". Später wurde diese Gaststätte unter den Namen "Gaststätte Nier" bekannt.


Auch hier kann er sich nicht weiter aufhalten und Max kommt nach ca. 500 m zur Gaststätte "Blaue Maus". Später befand sich in diesem Gebäude die Werkstatt des Schuhmachermeisters Meissner und des Malermeisters Seifert, genannt Mattlack.

Vorbei an der Bachgasse und dem Wiesengrund geht es weiter in Richtung Unterer Bahnhof. Auf der rechten Straßenseite erreicht Max "Gaitzsch`s Restaurant". Da er gut vorangekommen ist, will er sich hier noch eine kleine Erfrischung genehmigen.

Danach geht es zur letzten Station. Bevor Max in den Zug nach Chemnitz einsteigt, will er noch das bekannte "Cafe Bahnhof Unterwittgensdorf" besuchen und sich im schöne Cafegarten etwas von seiner Tour durch Wittgensdorf erholen. Ein Kännchen Kaffe und ein Stück Apfelkuchen werden ihm gut tun.


Nach dieser Stärkung wird es langsam Zeit zum Zug zu gehen. Der Bahnhof ist nicht weit entfernt und so steigt unser Max zufrieden mit sich und den schönen Tag in den Personenzug welcher Ihn pünktlich nach Chemnitz bringen wird.

Ullrich Nier
Ortschronist
Kultur- und Heimatverein Wittgensdorf e.V.
Quellenverzeichnis:
Unser Wittgensdorf, aus der Reihe: Impressionen & Informationen 1994 RIEDEL Verlag, 09247 Röhrsdorf
Adressbuch Burgstädt und Umgebung von 1903
Stolz`s Adressbuch der Chemnitzer Umgebung von 1901